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Der moderne Tod
Spielzeit: 70 Minuten
Vom Ende der Humanität
Die moderne Industriegesellschaft ist in Europa längst an ihre Grenzen gestoßen. Die Sozialsysteme drohen unter der Last der Aufgaben zusammenzubrechen. In dieser Situation hat die schwedische Regierung eine Expertenkommission gebildet, die grundlegende Reformen diskutieren soll. Ministerialdirektor Persson lädt Spezialisten verschiedener Fachrichtungen zu einem Symposion über den letzten Lebensabschnitt des Menschen ein. Die Hauptfragen der Tagung lauten: Wie kann man sich des Problems eines "unproduktiven Überalterns" auf möglichst humane und effektive Weise entledigen? Wie kann man die Todesbereitschaft des Einzelnen, die Bereitwilligkeit der entsprechenden Alterszielgruppe, das Leben zu lassen, vergrößern?
Schon 1978 hat der schwedische Autor, Kulturjournalist und Übersetzer Carl-Henning Wijkmark (*1934 in Stockholm) dieses beklemmende Szenario modernen Zusammenlebens in Orwellscher Tradition entworfen. In seiner literarischen Versuchsanordnung entwickelt er einen Sog aus verführerisch klar vorgetragenen Überlegungen, dem man sich nicht entziehen kann: der Entfernung der Alten als humanitär-demokratisches Projekt zum Besten einer Gesellschaft, die es von altertümlichen und überholten Moralvorstellungen zu befreien gilt.
"Wijkmark war der Zeit um ein paar Jahrzehnte voraus. ... Inzwischen hat die Realität, wie das Beispiel der Niederlande zeigt, seine Überlegungen weitgehend eingeholt. Es ist daher höchste Zeit, sie zur Kenntnis zu nehmen. Sie lassen an Hellsichtigkeit und Kaltblütigkeit nichts zu wünschen übrig." (Hans Magnus Enzensberger) Die Bühne wird in diesem Stück zum lebendigen Austragungsort einer hochbrisanten politischen Debatte und verwandelt sich in ein modernes Kongresszentrum. Sie verlässt den geschützten Kunstraum des Theaters und bespielt einen markanten öffentlichen Ort.
Vorstellungen
Premiere:
29. November 2008
Autor
Es wirken mit:
Dramaturgie:
Ralf Siebelt
Schauspieler:
Danny Exnar, Vilmar Bieri, Jessica Higgins
Ausstattung:
Thimo Plath
Inszenierung:
Reto Finger
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