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1913

Aus dem bürgerlichen Heldenleben
"Ist eines Systems Höhe erreicht, steht die Möglichkeit eines Wechsels stets vor der Tür."
Der Großindustrielle - heute würde man sagen Wirtschaftsmagnat - Christian Maske von Buchow fürchtet am Ende seines Lebens um sein Vermächtnis: Seine Tochter Ottilie und sein Sohn Philipp Ernst interessieren sich nur für das Geld, das sein Geschäft abwirft und pflegen einen dekadent-luxuriösen Lebensstil. Nur seine zweite Tochter Sofie scheint den Aufgaben der Unternehmensführung gewachsen. Doch sie entpuppt sich als skrupellose Intrigantin, die ohne jegliches Sentiment allein gewinnorientiert agiert und auch vor zwielichtigen Waffengeschäften nicht zurückschreckt.
Wie einst König Lear treibt es Maske zwischen seinen missratenen Kindern um, den national gesinnten und antikapitalistisch eingestellten Sekretär Wilhelm im Nacken.
Unter dem Eindruck des heranziehenden Krieges und den Vorboten der Oktoberrevolution hat Sternheim ein Stück verfasst, das auf ergreifende Weise die Gefahren des Turbokapitalismus aufzeigt. Wenn Reiche immer reicher und Arme immer ärmer werden, kann eine Radikalisierung der Unterprivilegierten als folgerichtige Antwort auf die Arroganz der Oberschicht verheerende Folgen haben.
Zwanzig Jahre vor Hitlers Machtergreifung geschrieben und sogleich von der Zensur - bis Kriegsende - verboten, ist dieses bürgerliche Drama so aktuell und brisant wie damals.
Vorstellungen
Premiere:
06. Mai 2010
Autor
Es wirken mit:
Inszenierung:
Ralf Siebelt
Ausstattung:
Hannah Landes
Dramaturgie:
Inge Zeppenfeld
Schauspieler:
Raffaele Bonazza, Christian Dräger, Britta Hübel, Theresa Langer, Johannes Schön, Patrick Schnicke, Gotthard Sinn, Felix Banholzer, Danny Exnar,
Soufflage:
Bernhard Klasing
Musik:
Jojo Büld
Inspizienz:
Ermis Zilelidis
Regieassistenz:
Marion Schneider-Bast
Kontakt
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